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Christa Wolf über Weibliches Schreiben

Aussagen von Christa Wolf über das Weibliche Schreiben

  • Vorraussetzungen für weibliches Schreiben sieht Christa Wolf in der unterschiedlichen Wirklichkeitswahrnehmung von Männern und Frauen (biologisch und historisch bedingt)
  • Frauen fehlen die Vorbilder für weibliches Schreiben
  • Selbsterforschung ist die Motivation zum Schreiben
  • Kassandra ist nicht als geschlossene Erzählung konzipiert (lineare Struktur etc. fehlt), damit wendet sich Christa Wolf bewusst von männlichen Schreibmustern ab
  • Das weibliche Schreiben legt ein Augenmerk auf die Gefühle
  • Sprachskepsis und Sprachproblematik herrschen vor
  • Schreiben ist keine geschlossene Handlung, der Schreibprozess steht im Vordergrund nicht das fertige Ergebnis
  • Setzt sich durch das Schreiben mit sich selbst ausseinander

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Der Mythos Kassandra: Literarische Annäherung

Verschiedene Kassandra Darstellungen (Aischylos „Ogestie / Agamendon“, Gustav Schwab „Die schönsten Sagen des klassischen Altertums“, Friedrich Schiller „Kassandra“)
Erarbeiten und miteinander vergleichen
Arbeite Hinweise aus dem Text heraus, wie die Figur Kassandra jeweils charakterisiert wird. Formuliere die Ergebnisse thesenförmig aus. Erarbeite anschließend vergleichend, wie die jeweiligen Charakterisierung sich von der Christa Wolfs unterscheidet

Friedrich Schiller: Kassandra

Aischylos: Ogestie / Agamendon

Gustav Schwab: Die schönsten Sagen des klassischen Altertums

Zusammenfassung: Kassandra ist überall die Einsame und findet keinen Platz in der Männerwelt sie ist für Schwab die Wahnsinnige, die Bereuende für Aischylos und die unglückliche Auserwählte für Christa Wolf. Dennoch hat sie überall einen starken Persönlichkeitswillen, sie erkennt und akzeptiert ihr Schicksal und versucht daraus zu lernen und die Zusammenhänge zu durchschauen.

Gustav Schwaab: Sagen des klassischen Altertums (Kassandra)

Kassandra wird in zwei Betrachtungsweisen gesehen: Als Königstochter und als verrückte Wahrsagerin, sie ist eine Einzelgängerin die weiß, dass ihr niemand glaubt. Sie wird bedroht, damit sie mit ihren Visionen aufhört. Zum Schluss ist sie traurig um Troja und verhöhnt ihre Mitmenschen (Rache, Schadenfreude)
Vergleich Schwaab/Christa Wolf: Aussenseiterin, Wahnsinnsanfälle, wird auch von Wolf nicht als Autoritätsperson akzeptiert
Kassandra steht allein außerhalb der Gesellschaft, sie fordert Hochachtung für den toten Hektor (wird vom Volk akzeptiert), wird aber ansonsten von der Bevölkerung für Wahnsinnig gehalten, ist in ihrem inneren traurig über den Untergang Trojas. Kassandra ist unglücklich.

Kassandra (Textvorlage von Aischylos)

Textvorlage von Aischylos:
Kassandra ist in dieser Zeit eine starke, zielstrebige Frau, die sich zum Ende mit ihrem Schicksal abgefunden hat und keine Reue empfindet. Vergleich zu Christa Wolf: Kassandra bleibt eine starke Frau, die sich zwar mit ihrem Schicksal abgefunden hat aber keine Reue empfindet.
Vergleich männlich/weiblicher Text: Aischylos stellt Kassandra als gebrochene Frau dar und Christa Wolf als starke Frau.

Friedrich Schiller: Kassandra

Kassandra ist mit ihrer Sehergabe unglücklich, fühlt sich durch ihre Erkenntnis ausgeschlossen (Vers 25-32), ist dem Spott ihrer Mitmenschen ausgesetzt (Vers 34-41), blickt auf ihre Jugend zurück, hat ihr Schicksal akzeptiert (Vers 59-70), Abwendung vom Palast (und der Religion => Vers 21-24), Einsamkeit ist allgegenwärtig fast in jeder Strophe, Empfindet die Sehergabe als Qual (Vers 37), Selbstmitleid (Vers 63/64), Mit Sehergabe ist man immer unglücklich (Vers 38), Schicksal ist unausweichlich (Vers 55-57), Neid auf die Schwester (Vers 75), Unvollendete Liebe zwischen Kassandra und Aineas (Vers 83-90), Fatalismus, Todesbewusstsein (Vers 91-94)

Unterschiede zwischen der Erzählung von Christa Wolf und dem Gedicht von Friedrich Schiller

Christa Wolf Friedrich Schiller
Hoffnung Selbstmitleid
Entwicklung zu sich selbst, Selbstfindungsprozess keine Entwicklung zu erkennen
fragmentarische Struktur klare, offensichtliche Struktur zu erkennen
kein Neid Neid auf die, die keine Sehergabe besitzen
versucht sich in die Gesellschaft einzubringen grenzt sich bewusst ab
trifft sich mit Marpessa kann sich niemandem anvertrauen

Das Verhältnis zwischen der DDR und der BRD

Friedenskonferenz am 01.08.1975 Konferenz zur Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, tilgenommen haben 33 europäische Staaten darunter gleichberechtigte Vertreter der BRD und DDR sowie Kanada und die USA.

Ergebnisse:

  • Unverletzlichkeit der Grenzen
  • Nichteinmischung in innere Angelegenheiten der einzelnen Staaten
  • Verzicht auf Gewalt
  • Achtung der Menschenrechte
  • Grundfreiheiten auf politische und religiösem Gebiet

Die DDR befürchtete vor allem eine kritische Berichterstattung durch westeuropäische Medien.
Die USA haben sich zum Kampf gegen den „Weltkommunismus“ entschieden und versuchen u.a. den wachsenden sowjetischen Einfluss in Asien und Teilen Afrikas zu bekämpfen.
SALT (Stategic Arms Limitation Talks) II => Begrenzung strategischer Nuklearraketen [1979]

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Textstellenanalyse: Kassandra – Der Krieg in der Darstellung Kassandras

Die Textstelle auf S. 90-92 in Kassandra von Christa Wolf, erschienen 1983, beschreibt die Situation vor Ausbruch des Krieges zwischen Troja und Griechenland aus Sicht der Seherin Kassandra.
Zu diesem Zeitpunkt kämpften die Trojaner nicht mehr für Helena sondern um ihr Leben (S. 90, Zeile 15f.), dennoch dient Helena immer noch als ausschlaggebendes Propagandamittel um das Volk aufzuhetzen. Kassandra erinnert sich daran, dass Anchises, der Vater von Aineas, die Trojaner kritisierte, weil diese für die Schönheit einer Frau kämpften und der Kriegsgrund somit noch unbedeutender sei als bei einem Krieg um Macht oder Reichtum. An diese Aussage schließt Kassandra die Erinnerung an Paris Auftreten auf dem Marktplatz an, als dieser das trojanische Volk wieder einmal mit Helena aufzuhetzen versuchte. Kassandra spricht Paris darauf an, der ihr daraufhin die Wahrheit über Helena gesteht, nämlich dass es diese gar nicht im Palast gibt. Auf diese Erkenntnis folgt eine erneute Vision von Kassandra, die ihr das Kriegsende offenbart und sie dazu bringt den Untergang Trojas zu prophezeien.

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Die Dritte Schiffsreise (Kassandra)

Inhalt: Fest im Palast. Paris bekam von Aphrodite (G“ttin der Liebe) Helena die schönste Frau der Welt versprochen.  Dies erzählt er auch Menelaos, dem Mann von Helena. Kassandra erfuhr an diesem Abend die Sehergabe, sie sieht den Untergang Trojas daraufhin wird sie weggesperrt. Arisbe kommt zu ihr. Eumelos bereitet den König auf den Krieg vor, das Bewusstsein der Trojaner ändert sich. Eumelos inszeniert die Entführung von Helena durch Paris um den Krieg auszulösen.

Kassandra: Zweite Schiffsreise

Zweite Schiffsreise:
Gründe: Die Schwester von König Priamos wurde vor einiger Zeit entführt und soll nun aus Sparte zurückgeholt werden.
Ablauf: Hekabe hat Einwände gegen diese Schiffsreise, da die Schwester von Priamos in Sparta nicht als Gefangene lebt sondern dort sogar Königin geworden ist. Auf dem Schiff ist unter anderem der Vater von Aineas und ein Seher. Das Volk bejubelt die Schiffsbesatzung und setzt diese unter einen hohen Druck, nach der Abfahrt kommen Ängste bei Aineas und Kassandra auf, ihnen wird die Mission der Reise gleichgültig/verhasst. Rückkehr: Die Reise war erfolglos, seher Kalchas fehlt. Er ist zu den Spartanern übergelaufen, allerdings verbreitet sich das Gerücht er sei von den Griechen efangenen genommen. Darüberhinaus wurde Kalchas von Priamos in Staatsgeheimnisse eingeweiht, Kassandra sieht das Kalchas übergelaufen ist, das Volk will ihr nicht glauben sondern nur Aineas.
Konsequenzen: Das Volk ist begeistert, nach der Rückkehr denkt das Volk, das „Verderben“ hätte mit der zweiten Schiffsreise angefangen. Danach hat Kassandra eine ihrer Visionen (Ausbruch der Sehergabe), sie versucht es zu unterdrücken und spricht mit Aineas.
Die zweite Schiffsreise ist persönlich motiviert. Priamos will sein Gesicht nicht verlieren. Hekabe ist gegen die Mission, auch diese Mission wird von den Mächtigen zur Propaganda benutzt. Kalchas ist übergelaufen aus Angst vor den Konsequenzen (immerhin hat er den ,Erfolg‘ der Schiffsreise vorraus gesagt).

Kassandra: Erste Schiffsreise

Gründe: Orakel von Delphi befragen ob der Berg auf dem Troja gebaut wurde immer noch verflucht ist.
Ablauf: Lampos bricht nach Griechenland auf, verhandelt dort mit den Griechen, kauft Opfergaben für das Orakel [die Kosten übersteigen fast den ganzen Besitzt Trojas], befragt das Orakel allerdings nicht. Dafür bringt er Panthoos den Griechen mit nach Troja. Obwohl Panthoos freiwillig mit nach Troja wollte stellt Lampos es so dar, als würde er Panthoos als ,Trophäe‘ mitbringen.
Konsequenzen: Troja verliert fast das ganze Vermögen, die Fragen an das Orakel von Delphi bleiben unbeantwortet dafür erhalten sie einen Priester des Apollo. Die Reise hatte aber noch politische Gründe, da man mit den Griechen über einen Handelsweg verhandeln möchte.
Hinweis zur Schiffsreise allgemein:
Kassandra war zu diesem Zeitpunkt noch ein Kind, sie hat das Schiff viel größer in Erinnerung als es eigentlich war.
Die erste Schiffsreise war ein politisch motiviertes und später beschönigtes Ereignis.