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Christa Wolf dritte Vorlesung Kassandra

Christa Wolf hielt in Frankfurt mehrere Vorlesungen über ihren Kassandrastoff. Hier sind einige Notizen zu ihrer dritten Vorlesung:

Kassandra ist die Tochter von Priamos und Hekabe. Sie bekam von Apollo die Sehergabe zusammen mit dem Fluch, dass niemand ihren Prophezeiungen glauben würde. Sie liebt Aineas, den Sohn von Anchises. Kassandra prophezeit nicht nur den Krieg mit den Griechen, sie weiß auch über den Untergang Trojas und warnt die Trojaner vor dem hölzernen Pferd. Allerdings glaubt niemand an ihre Vorhersagen.

Christa Wolf vergleicht die Friedensforscher mit Kassandra, auch sie prophezeien das Ende der Welt (durch die atomare Bedrohung), wenn die Weltmächte ihre Politik nicht verändern, doch auch ihnen wird nicht geglaubt (hier kann man von einem Kassandraruf sprechen). Dieses Wissen über das Ende der Welt setzt Christa Wolf mit Kassandras Wahnsinn gleich.

Erzähltechniken: Transportieren Denk-Muster, Geschlossene Form der Kassandra Erzählung -> Widerspruch zur fragmentarischen Struktur. Christa Wolf erkennt diesen Widerspruch und benennt ihn sogar, sie weiß aber dass er nicht gelöst werden kann.

Zusammenhang: Geschlossene <=> fragmentarische Form. Christa Wolf erklärt erst den politischen Hintergrund („Faktenebene“) und schließt daran ihre persönlichen Empfindungen und Gedanken („persönliche Ebene“).

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