Christa Wolf über Weibliches Schreiben
Aussagen von Christa Wolf über das Weibliche Schreiben
- Vorraussetzungen für weibliches Schreiben sieht Christa Wolf in der unterschiedlichen Wirklichkeitswahrnehmung von Männern und Frauen (biologisch und historisch bedingt)
- Frauen fehlen die Vorbilder für weibliches Schreiben
- Selbsterforschung ist die Motivation zum Schreiben
- Kassandra ist nicht als geschlossene Erzählung konzipiert (lineare Struktur etc. fehlt), damit wendet sich Christa Wolf bewusst von männlichen Schreibmustern ab
- Das weibliche Schreiben legt ein Augenmerk auf die Gefühle
- Sprachskepsis und Sprachproblematik herrschen vor
- Schreiben ist keine geschlossene Handlung, der Schreibprozess steht im Vordergrund nicht das fertige Ergebnis
- Setzt sich durch das Schreiben mit sich selbst ausseinander
Weibliches Schreiben unterscheidet sich grundlegend von männlichem Schreiben, dieses sei auf rationales und Ereignisse fixiert anstatt auf Gefühle. Frauen würden eher Details beschreiben, bei ihnen stehen Augenblicke im Vordergrund. Schreiben dient dem Wiedergeben einer Handlung und nicht dem Selbstfindungsprozess.
Weibliches Schreiben an einer Textstelle belegen: S. 150-155
Fragmentarische Erzählform, keine geschlossene Struktur nach dem Muster von Homer (Einleitung, Höhepunkt, Schluss)
Gefühle und Gedanken werden Leser vermittelt
Diese werden durch Exclamationen verstärkt
Die Erinnerungen sind nicht chronologisch aufbereitet
Der Erzählvorgang wird von späteren Erkenntnissen durchbrochen
Es gibt einen Erkenntnisprozess während des Schreibens
Selbsterfahrung
- Die Eindrücke fließen in die Erinnerung mit ein (S. 150, Z. 32)
Einzelne Fragmente, keine lineare Struktur
Verwendung der Interpunktion folgt nicht den gängigen Mustern [z.B. Punkt anstatt Fragezeichen]
Offene Schreibweise
innere Monologe und Dialoge gehen ineinander über
Fragen stehen parallel und bleiben unbeantwortet
Satzfetzen als innerer Monolog, diese wirken unfertig
Vermischung von literarischen Gattungsformen (in epischen Texten übergangslos z.B. die dramatische Form)
Zeit- und Personensprünge
Assoziatives Schreiben ohne Einhaltung zeitlicher handlungslogischer und gattungsspezifischer Vorgaben
Selbsterforschung
eigene Erfahrungen sind zentral
Posted: Februar 19th, 2010 under Deutsch.
Tags: Christa Wolf, weibliches Schreiben