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Das Verhältnis zwischen der DDR und der BRD

Friedenskonferenz am 01.08.1975 Konferenz zur Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, tilgenommen haben 33 europäische Staaten darunter gleichberechtigte Vertreter der BRD und DDR sowie Kanada und die USA.

Ergebnisse:

  • Unverletzlichkeit der Grenzen
  • Nichteinmischung in innere Angelegenheiten der einzelnen Staaten
  • Verzicht auf Gewalt
  • Achtung der Menschenrechte
  • Grundfreiheiten auf politische und religiösem Gebiet

Die DDR befürchtete vor allem eine kritische Berichterstattung durch westeuropäische Medien.
Die USA haben sich zum Kampf gegen den „Weltkommunismus“ entschieden und versuchen u.a. den wachsenden sowjetischen Einfluss in Asien und Teilen Afrikas zu bekämpfen.
SALT (Stategic Arms Limitation Talks) II => Begrenzung strategischer Nuklearraketen [1979]

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Textstellenanalyse: Kassandra – Der Krieg in der Darstellung Kassandras

Die Textstelle auf S. 90-92 in Kassandra von Christa Wolf, erschienen 1983, beschreibt die Situation vor Ausbruch des Krieges zwischen Troja und Griechenland aus Sicht der Seherin Kassandra.
Zu diesem Zeitpunkt kämpften die Trojaner nicht mehr für Helena sondern um ihr Leben (S. 90, Zeile 15f.), dennoch dient Helena immer noch als ausschlaggebendes Propagandamittel um das Volk aufzuhetzen. Kassandra erinnert sich daran, dass Anchises, der Vater von Aineas, die Trojaner kritisierte, weil diese für die Schönheit einer Frau kämpften und der Kriegsgrund somit noch unbedeutender sei als bei einem Krieg um Macht oder Reichtum. An diese Aussage schließt Kassandra die Erinnerung an Paris Auftreten auf dem Marktplatz an, als dieser das trojanische Volk wieder einmal mit Helena aufzuhetzen versuchte. Kassandra spricht Paris darauf an, der ihr daraufhin die Wahrheit über Helena gesteht, nämlich dass es diese gar nicht im Palast gibt. Auf diese Erkenntnis folgt eine erneute Vision von Kassandra, die ihr das Kriegsende offenbart und sie dazu bringt den Untergang Trojas zu prophezeien.

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Die Dritte Schiffsreise (Kassandra)

Inhalt: Fest im Palast. Paris bekam von Aphrodite (G“ttin der Liebe) Helena die schönste Frau der Welt versprochen.  Dies erzählt er auch Menelaos, dem Mann von Helena. Kassandra erfuhr an diesem Abend die Sehergabe, sie sieht den Untergang Trojas daraufhin wird sie weggesperrt. Arisbe kommt zu ihr. Eumelos bereitet den König auf den Krieg vor, das Bewusstsein der Trojaner ändert sich. Eumelos inszeniert die Entführung von Helena durch Paris um den Krieg auszulösen.

Kassandra: Zweite Schiffsreise

Zweite Schiffsreise:
Gründe: Die Schwester von König Priamos wurde vor einiger Zeit entführt und soll nun aus Sparte zurückgeholt werden.
Ablauf: Hekabe hat Einwände gegen diese Schiffsreise, da die Schwester von Priamos in Sparta nicht als Gefangene lebt sondern dort sogar Königin geworden ist. Auf dem Schiff ist unter anderem der Vater von Aineas und ein Seher. Das Volk bejubelt die Schiffsbesatzung und setzt diese unter einen hohen Druck, nach der Abfahrt kommen Ängste bei Aineas und Kassandra auf, ihnen wird die Mission der Reise gleichgültig/verhasst. Rückkehr: Die Reise war erfolglos, seher Kalchas fehlt. Er ist zu den Spartanern übergelaufen, allerdings verbreitet sich das Gerücht er sei von den Griechen efangenen genommen. Darüberhinaus wurde Kalchas von Priamos in Staatsgeheimnisse eingeweiht, Kassandra sieht das Kalchas übergelaufen ist, das Volk will ihr nicht glauben sondern nur Aineas.
Konsequenzen: Das Volk ist begeistert, nach der Rückkehr denkt das Volk, das „Verderben“ hätte mit der zweiten Schiffsreise angefangen. Danach hat Kassandra eine ihrer Visionen (Ausbruch der Sehergabe), sie versucht es zu unterdrücken und spricht mit Aineas.
Die zweite Schiffsreise ist persönlich motiviert. Priamos will sein Gesicht nicht verlieren. Hekabe ist gegen die Mission, auch diese Mission wird von den Mächtigen zur Propaganda benutzt. Kalchas ist übergelaufen aus Angst vor den Konsequenzen (immerhin hat er den ,Erfolg‘ der Schiffsreise vorraus gesagt).

Kassandra: Erste Schiffsreise

Gründe: Orakel von Delphi befragen ob der Berg auf dem Troja gebaut wurde immer noch verflucht ist.
Ablauf: Lampos bricht nach Griechenland auf, verhandelt dort mit den Griechen, kauft Opfergaben für das Orakel [die Kosten übersteigen fast den ganzen Besitzt Trojas], befragt das Orakel allerdings nicht. Dafür bringt er Panthoos den Griechen mit nach Troja. Obwohl Panthoos freiwillig mit nach Troja wollte stellt Lampos es so dar, als würde er Panthoos als ,Trophäe‘ mitbringen.
Konsequenzen: Troja verliert fast das ganze Vermögen, die Fragen an das Orakel von Delphi bleiben unbeantwortet dafür erhalten sie einen Priester des Apollo. Die Reise hatte aber noch politische Gründe, da man mit den Griechen über einen Handelsweg verhandeln möchte.
Hinweis zur Schiffsreise allgemein:
Kassandra war zu diesem Zeitpunkt noch ein Kind, sie hat das Schiff viel größer in Erinnerung als es eigentlich war.
Die erste Schiffsreise war ein politisch motiviertes und später beschönigtes Ereignis.

Der Ich Roman am Beispiel von Kassandra

Besondere Darstellungsmerkmale: Perspektivierung und Medialisierung: Individualität wirft ein besonderes Licht auf die Erzählsituation. Der Ich-Erzähler erzählt sein eigenes Leben (ähnlich autobiografisch9 nach einem Erkenntnis- / Reue- / etc. – Prozess. Das erzählende Ich (hat den Reifeprozess durchlebt, kennt bereits Ereignisse die noch in der ,Zukunft‘ liegen) ist nicht mit dem erlebenden Ich gleichzusetzen. Man kann diese auch in ein „sprechendes Ich“ (das die Handlung gerade erzählt) und ein „sehendes Ich“ (dass die Ereignisse, die beschrieben werden, ,sieht‘) unterscheiden.

Auf die Textstelle bezogen S. 7 – 13

Die Einleitung (bis zum ersten Absatz) ist ein Prolog aus der Sicht eines auktorialen Erzählers. Danach beginnt der innere Monolog Kassandras (wird teilweise wegen des Erzählstils von Christa Wolf auch ,innerer Dialog‘ genannt). Der Ich-Erzähler erzählt „retroperspektivisch“ das heißt aus einer subjektiven, tief in der Erinnerung verwurzelten Sichtweise (Erzählweise).

  • S. 7 „nichts was ich hätte tun oder lassen…“ => Kassandra akzeptiert ihr Schicksal und ist Einsichtig. Dies ist die Sicht des ,erzählenden Ichs‘, das schon einen Gesamtüberblick über die Situation hat und einsichtig geworden ist.

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Christa Wolf: Kassandra – Zweite Vorlesung

  1. Äußere Ergebnisse:
    1. Reise von Athen nach Kreta, Besuch von Knossos, dem Zentrum der minoischen Kultur
    2. Vormittagsstunden in den Ruinen: Kreta & Troja-Syndrom
    3. April ´81, ein Jahr später: Skelettfunde eines Priesters
    4. Busfahrt von Athen nach Argos: Gefühl der Verlorenheit in Naupira
  2. Innere Ereignisse
    1. in Knossos: Gefühl der Übelkeit; Angst, Abwehr, Abscheu als Signal des Körpers; Gefühl der Macht- und Chancenlosigkeit (patriarchalischer Süden: Z. 24)
    2. verwirrt & planlos; Gefühl/Einsicht des Abenteuers, Obsession von Kassandra
    3. Verlorenheit in Nauplia, innere Desorientierung (Verlust aller Koordinaten) (Z. 135/136)
    4. Innenstadt Heraklion :  (Z. 10ff.) „Korso männlicher Jugend [...] massiver Strom; herausfordernde Gesten [...] geballte Ladung aggressiver Männlichkeit“ => (Z. 19) „Männerstadt“
    5. Angst, Abwehr, Abscheu gegenüber dem Patriarchat , Gefühl der Chancenlosigkeit (Z. 23)
    6. zunächst im alten Griechenland: (Z. 27) „Mutterrecht“; matrilineare Erbfolge (Z. 116)
    7. Frauen als treibende Kraft der Traditionswahrung (Z. 28-34)
    8. Rückgriff auf die Männerwelt (Z. 36/37) => Erklärung der heutigen verzweifelten Lage der Frauen
    9. Verehrung von G“ttern, Sklavenarbeit, große Gegensätze von Armut & Reichtum, zunehmender Zentralismus (=> DDR-Bezug; SED)
    10. Frauen auch in der Kunst (Z. 100-102)
    11. in der Vergangenheit: Land , in dem Frauen frei und gleichgestellt waren; stellten G“ttinen & Priesterinnen; matrilineare Erbfolge => (Z. 103 – 118)
    12. „neue“ Gtter = Männer: „lernen durch das Leid“ => Leitspruch des männlichen Denkens
    13. => Wunsch / Wille der Männer, Natur zu durchschauen und beherrschen anstatt sie zu lieben (Z. 158/159)
      1. Herrschsucht / Machtanspruch der Männer
    14. Männerwelt dominiert von 3 Leitsätzen
      1. „Weisheit wider Willen“
      2. Kulturgewinnung durch Naturverlust
      3. Fortschritt durch Leid

Christa Wolf: Kassandra – Erste Vorlesung

  1. Zentrale Gedanken dieser Vorlesung
    1. verändertes „Seh-Raster“ der Autorin
      1. verändertes „Selbst-Gefühl“ und „selbst-Anspruch“ (Z. 16/17)
      2. veränderte „Wirklichkeitswahrnehmung“ (vgl. Z. 24/25)
    2. Unterdrückung der Frau zu Gunsten einer patriarchalischen Gesellschaft
      1. Verdrängung der Frau aus dem öffentlichen Leben in Griechenland
      2. Frauenrollen im klassischen Theater von Männern übernommen (Z. 50)
      3. Frauen sind von öffentlicher/politischer Tätigkeit ausgeschlossen (Z. 30-40)
  2. „sehen aller Umstände“ => Beschäftigung mit der griechischen Mythologie (insbesondere Kassandra), Vernichtung einer matriarchalischen Kultur zu Gunsten einer patriarchalischen Gesellschaft
    1. Verdrängung der Frau aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens (Literatur, Politik, Theater, Priesteramt usw.) => neues Sehraster = fortschreitende Zurückbildung der „reinen Männerwelt“
      1. ironische Schilderung „Mond besingender Männer“ (Z. 101)
      2. zunehmende Probleme für Männer in ihrer Männerwelt (vgl. Z. 106)
      3. Zurückeroberung des weiblichen Selbstbewusstseins (vgl. Z. 110-117)
  3. Kritik an „objektiver Ästhetik“
    1. Objektivität = „männliche Objektivität“
    2. abendländische Literatur bietet „Schreibenden“ (Z. 80) keine authentischen Muster
    3. Literatur wird (wurde) nicht genügend von Frauen repräsentiert (Ausnahme: Sappho)

Christa Wolf dritte Vorlesung Kassandra

Christa Wolf hielt in Frankfurt mehrere Vorlesungen über ihren Kassandrastoff. Hier sind einige Notizen zu ihrer dritten Vorlesung:

Kassandra ist die Tochter von Priamos und Hekabe. Sie bekam von Apollo die Sehergabe zusammen mit dem Fluch, dass niemand ihren Prophezeiungen glauben würde. Sie liebt Aineas, den Sohn von Anchises. Kassandra prophezeit nicht nur den Krieg mit den Griechen, sie weiß auch über den Untergang Trojas und warnt die Trojaner vor dem hölzernen Pferd. Allerdings glaubt niemand an ihre Vorhersagen.

Christa Wolf vergleicht die Friedensforscher mit Kassandra, auch sie prophezeien das Ende der Welt (durch die atomare Bedrohung), wenn die Weltmächte ihre Politik nicht verändern, doch auch ihnen wird nicht geglaubt (hier kann man von einem Kassandraruf sprechen). Dieses Wissen über das Ende der Welt setzt Christa Wolf mit Kassandras Wahnsinn gleich.

Erzähltechniken: Transportieren Denk-Muster, Geschlossene Form der Kassandra Erzählung -> Widerspruch zur fragmentarischen Struktur. Christa Wolf erkennt diesen Widerspruch und benennt ihn sogar, sie weiß aber dass er nicht gelöst werden kann.

Zusammenhang: Geschlossene <=> fragmentarische Form. Christa Wolf erklärt erst den politischen Hintergrund („Faktenebene“) und schließt daran ihre persönlichen Empfindungen und Gedanken („persönliche Ebene“).

Kassandra Fiktiver Tagebucheintrag (Inhalt)

Ein Fiktiver Tagebucheintrag von Kassandra, der ihre Situation verdeutlichen soll:

Meine Kindheit verbrachte ich im Palast von Priamos und Hekabe, als Lieblingstochter des Königs Priamos wurde ich Priesterin obwohl meine Schwester Polyxena für das Priesteramt besser geeignet gewesen wäre. Aus Ärger darüber sprach sie ein Jahr nicht mehr mit mir. Eines Nachts erschien mir Apollo und bot mir die Gabe des Sehens an. Diese Gabe habe ich mir seit meiner Kindheit sehnlichst gewünscht. Doch als er als Gegenleistung von mir Liebe verlangte konnte ich mein Wort nicht einhalten aus Zorn darüber belegte er mich mit dem Fluch, dass niemand meinen Visionen Glauben würde. Warum wollte ich die Sehergabe unbedingt? Ich weiß es nicht. So sah ich auch den Krieg mit den Griechen und die List von Odysseus vorher doch niemand unter den Trojanern wollte mir glauben als ich sie vor dem hölzernen Pferd warnte. Selbst mein geliebter Vater wandte sich auf einmal gegen mich und sperrte mich in den Turm. Nun, nach all dem bereue ich nichts. Ich weiß, dass es selbst wenn ich mich anders entschieden hätte, es genau das selbe Ende genommen hätte.